EU: Fast die Hälfte des produziertes Stroms aus erneuerbaren Quellen
Im Jahr 2025 machte die EU einen enormen Schritt in der Energiewende, der auf dem Ausbau der Wind- und Sonnenenergie basiert. Zum ersten Mal produzierten Wind- und Sonnenenergie laut Denkfabrik Ember in der EU mehr Strom als fossile Brennstoffe. Kohle fiel auf einen Rekordtiefstand. Fast die Hälfte der EU-Energie wurden durch einheimische erneuerbare Energien erzeugt, da die Solarenergie zusammen mit der Windenergie Rekordwerte erzielte.
Im Jahr 2025 konzentrierten sich die Energieprioritäten der EU auf die Senkung der Energiekosten für Haushalte und Unternehmen, deren Höhe so Ember vorwiegend auf der Abhängigkeit von teuren importierten fossilen Brennstoffen beruhe.
Die Keyfacts auf einem Blick
Durch den Ausbau bei Erneuerbaren Energien konnte 2025 EU-weit 30 Prozent des Stroms mithilfe von Wind- und Sonnenenergie und
29 Prozent durch fossile Brennstoffe erzeugt werden.
So lag der Gesamtanteil nicht-fossiler Energieerzeugung – also inklusive Wasserkraft und Biomasse – bei rund 47,7 Prozent.
Auf Kernenergie entfielen letztes Jahr rund 23,4 Prozent.
Kohle erreichte 2025 nach Jahren des starken Rückgangs einen neuen historischen Tiefstand und lag bei 9,2 %.
Allerdings ist die EU nach wie vor in hohem Maße von Gas abhängig: 2025 kam es zu einem Anstieg an Gaslieferungen in die EU – so lag der Anteil bei rund 16,7 Prozent und damit um 8 % höher als 2024
Die Denkfabrik verweist in ihrer Analyse auch auf die Wichtigkeit des weiteren Ausbaus Erneuerbarer Enegieträger innerhalb der EU. „Für die EU waren die Risiken einer Energieerpressung durch Exporteure fossiler Brennstoffe im Jahr 2025 groß. Investitionen in heimische erneuerbare Energien sind eine wichtige Strategie, um dieses Risiko zu verringern, da die geopolitische Lage weiterhin instabil ist.“ warnt der Bericht weiter.
Verbot von russischem Gas, dafür neue Abhängigkeiten von USA
Die EU einigte sich im Dezember 2025 auf eine Gesetzgebung, die den Import von russischem Gas bis Ende 2027 verbietet. Mit dem Anstieg der LNG-Importe aus den USA seien allerdings neue Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen entstanden. Die starke Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten gefährde laut Ember die Sicherheit der EU und schwäche ihre Verhandlungsposition in geopolitischen Verhandlungen und im Handel.
„Die nächste Herausforderung wird darin bestehen, die Abhängigkeit der EU von teurem importiertem Gas deutlich zu verringern. Durch Investitionen in das gesamte Stromnetz, um das Potenzial von Batterien, Netzen und Elektrotechnik zu nutzen, kann die EU heimische erneuerbare Energien nutzen, um die Preise zu stabilisieren und sich gegen Energieerpressung abzusichern.“
Dr. Beatrice Petrovich, Senior Energie-Analystin, Ember
Laut Embers Analyse könne die Versorgungssicherheit sowie eine stabile Preispolitik durch den Ausbau der Batteriekapazitäten, die Verbesserung des Stromnetzes und die Erhöhung der Nachfrageflexibilität erreicht werden.
„Der Einsatz von Batterien hat sich im Jahr 2025 deutlich beschleunigt, wobei EU-weit Projekte im Netzmaßstab angekündigt wurden. Mit dieser Beschleunigung könnte die Rolle von Batterien bei der Deckung des Abendbedarfs rasch zunehmen, wodurch die Abhängigkeit von fossilen Kraftwerken verringert und die Großhandelspreise bei hoher Stromnachfrage gesenkt werden könnten.“, erklärt der Bericht.


