Juli 2026: Klimarekorde in Westeuropa und bei Meerestemperaturen

Juli 2026: Klimarekorde in Westeuropa und bei Meerestemperaturen

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(1388)

Noch nie mussten in Frankreich so viele Menschen aufgrund von Waldbränden ihre Häuser verlassen. Die Zahl der Hitzetoten in Europa erreichte bereits im Juni 10.00o. Weite Teile Europas leiden unter extremer Dürre und den damit verbundenen Folgen. Der Klimabulletin des europäischen Wetterdienstes Copernicus zeigt mit seinen Juli-Daten, was wir hautnah erleben. Die Lufttemperaturen warren so hoch wie noch nie in Westeuropa in der Periode Juni bis Juli und auch die Meeresoberfläche weltweit hat im Juli Rekordwerte erreicht.

Hier die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Der Juli 2026 war weltweit der zweitwärmste Juli aller Zeiten, gleichauf mit dem Juli 2024.
  • Westeuropa verzeichnete den wärmsten Juni–Juli-Zeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Die Meeresoberflächentemperatur über den Ozeanen außerhalb der Polarregionen war die höchste, die jemals im Juli gemessen wurde, was zum Teil auf die sich entwickelnden El-Niño-Bedingungen im äquatorialen Pazifik zurückzuführen war.
  • Im Juli 2026 lag die Ausdehnung des arktischen Meereises auf dem sechstniedrigsten Wert für diesen Monat, wobei die Meereisbedeckung in der nördlichen Barentssee rund um Spitzbergen und Franz Josefs Land besonders niedrig war.
  • Die Ausdehnung des antarktischen Meereises lag im Juli auf dem fünftniedrigsten Stand, wobei die Meereisbedeckung in den meisten Ozeanregionen mit Ausnahme der Amundsensee unter dem Durchschnitt lag.

 

Trockenheit und Dürre

Im Juli 2026 herrschten in weiten Teilen Westeuropas sowie in großen Teilen Mittel- und Osteuropas überdurchschnittlich trockene Bedingungen, besonders auf der Iberischen Halbinsel, in Frankreich, Deutschland, Österreich und Ungarn, aber auch England, Wales Irland, die Benelux-Staaten und Island waren betroffen.

Diese trockenen Bedingungen, die sich in einigen Regionen bereits im Frühjahr eingestellt hatten, führten in weiten Teilen Europas zu anhaltenden, stabilen und kritischen Dürrezuständen und trugen laut Angaben der Europäischen Dürrebeobachtungsstelle dazu bei, dass sich diese in Mittel- und Westeuropa bis Mitte Juli weiter verschärften. Im ERA5-Land-Datensatz lagen die durchschnittlichen Bodenfeuchtigkeitswerte in Westeuropa deutlich unter denen vom Juli 2022, dem letzten Sommer, in dem in ganz Westeuropa schwere Dürre herrschte.

Die Flusspegel sanken in weiten Teilen der trockenen Regionen deutlich unter den Durchschnitt oder waren extrem niedrig, was Auswirkungen auf zahlreiche Sektoren hatte.

Europas Flüsse verlieren ihr Wasser

Waldbrände und Ernteausfälle

Diese Bedingungen wirkten sich negativ auf die Landwirtschaft aus  –  vielerorts werden massive Ernteausfälle gemeldet – und begünstigten eine außergewöhnlich hohe Waldbrandaktivität in Westeuropa, angefacht durch reichlich vorhandene, trockene Biomasse nach einem feuchten Winter und einem frühen Frühling, die das Pflanzenwachstum förderten, sowie durch die anschließende Trockenheit im Sommer. In Frankreich zerstörten Brände in der Region Gironde fast 42.000 ha – die größte jemals für Frankreich im Europäischen Waldbrand-Informationssystem des Copernicus-Katastrophenschutzdienstes verzeichnete Fläche.

Auch in Spanien kam es zu zahlreichen Bränden, insbesondere in den zentralen und östlichen Regionen. Nach Angaben des Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienstes lagen die täglichen Emissionen durch Waldbrände in Frankreich am 24. Juli auf einem für diese Jahreszeit rekordverdächtigen Niveau. Ende Juli war die Jahresgesamtmenge bereits die höchste für diese Jahreszeit, während sie für Spanien an zweiter Stelle stand, hinter dem Jahr 2022.

Starkes Gefälle zwischen West und Ost

Die Durchschnittstemperatur über dem europäischen Festland lag im Juli 2026 bei 20,49 °C und damit 0,66 °C über dem Durchschnitt der Jahre 1991–2020, was diesen Juli zum elftwärmsten Juli im ERA5-Datensatz macht.

Die relativ niedrige Platzierung folgte auf den zweitwärmsten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen in Europa und spiegelte einen starken regionalen Kontrast wider: Die deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen in Westeuropa wurden teilweise durch unterdurchschnittliche Temperaturen in weiten Teilen Osteuropas und Skandinaviens ausgeglichen.

 

 

Wie bereits im Juni lagen die Temperaturen in Frankreich, Deutschland, Nordostspanien, England, der Schweiz und Westitalien deutlich über dem Durchschnitt, in der Regel um 3–5 °C.
Die Wärme war auf die Hitzewelle zurückzuführen, die die Region in der ersten Julihälfte und erneut gegen Ende des Monats heimsuchte.

Laut nationalen Daten verzeichnete Frankreich den wärmsten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen und Spanien den zweitwärmsten. Vorläufige Statistiken für das Vereinigte Königreich deuten darauf hin, dass der Juli 2026 landesweit der zweitwärmste, in Wales der wärmste und in England der zweitwärmste war.

Die regionalen Unterschiede im Juli hingen mit einem Hochdruckgebiet nordwestlich von Großbritannien und Irland zusammen. Warme Luft aus Nordafrika strömte an dessen Westflanke nach Norden, während kühlere Polarluft an dessen Ostflanke nach Süden strömte. Im Juni lag das Zentrum des Hochdruckgebiets weiter östlich, über Frankreich.

 

Außerhalb Europas waren Teile Nordkanadas, in den zentralen USA, im Maghreb, in Teilen des Horns von Afrika, in Sibirien, in Süd- und Zentralasien, in Teilen des inneren Chinas sowie in Teilen von Argentinien, Uruguay und Bolivien herrschten trockenere Bedingungen als im Durchschnitt.

 

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Copernicus Climate Bulletin Juli 2026

USA: Wenn der Wald nach dem Feuer nicht mehr zurückkehrt

USA: Wenn der Wald nach dem Feuer nicht mehr zurückkehrt

Kopie von pro.earth Redaktionsvorlage NEU(1387)

Warum extreme Waldbrände Landschaften dauerhaft verändern

Waldbrände gehören in vielen Regionen der Erde seit Jahrtausenden zur Natur. Feuer beseitigt abgestorbenes Material, schafft neue Lebensräume und kann sogar Voraussetzung dafür sein, dass sich bestimmte Pflanzenarten vermehren. Doch die Dimension vieler heutiger Waldbrände verändert diese natürliche Dynamik. Immer größere und intensivere Feuer können Wälder so stark zerstören, dass sie sich aus eigener Kraft nicht mehr erholen.

 

Das Problem beginnt nach dem Feuer

Nach einem normalen Waldbrand bleiben häufig ausreichend lebende Bäume und sogenannte Feuerrefugien zurück. Von dort gelangen Samen auf die verbrannten Flächen und ein neuer Wald kann entstehen.

Bei besonders intensiven Bränden sieht das anders aus.

Werden große zusammenhängende Flächen vollständig zerstört, fehlen in ihrem Inneren die Samenbäume. Gleichzeitig müssen junge Bäume heute teilweise unter deutlich schwierigeren Bedingungen wachsen: höhere Temperaturen, längere Trockenperioden und Wassermangel reduzieren ihre Überlebenschancen.

Aus einem vorübergehend verbrannten Wald kann dadurch eine dauerhaft veränderte Landschaft werden.

 

Vom Wald zum Gras- und Buschland

Wissenschaftler beobachten insbesondere im Westen Nordamerikas, dass sich manche stark verbrannten Waldflächen nicht mehr zum ursprünglichen Wald entwickeln. Stattdessen können sich Gräser und Sträucher ausbreiten. Forscher sprechen von einer „forest conversion“ – einer dauerhaften Umwandlung des Ökosystems.

Besonders problematisch ist eine Kombination aus mehreren Faktoren:

  • sehr große und intensive Waldbrände
  • fehlende Samenbäume auf den verbrannten Flächen
  • Hitze und Trockenheit nach dem Feuer
  • erneute Brände in kurzen Abständen
  • Ausbreitung konkurrenzstarker oder invasiver Pflanzenarten

Je häufiger solche Faktoren zusammentreffen, desto schwieriger wird die natürliche Wiederbewaldung.

 

Mehr als 10.000 Untersuchungsflächen zeigen den Trend

Eine groß angelegte Untersuchung der Regeneration von Nadelwäldern im Westen der USA analysierte mehr als 10.000 Flächen nach insgesamt 334 Waldbränden.

Das Ergebnis: Die Fähigkeit der Wälder, sich nach Bränden zu regenerieren, ist bei acht untersuchten dominierenden Nadelbaumarten über die vergangenen Jahrzehnte zurückgegangen. Entscheidend sind dabei sowohl die Intensität des Feuers als auch die klimatischen Bedingungen danach. Besonders schwere Brände reduzieren die verfügbaren Samen. Gleichzeitig erschweren wärmere und trockenere Bedingungen das Anwachsen neuer Bäume.

 

Aufforstung wird zur Zukunftsfrage

Damit verändert sich auch die Aufgabe der Forstwirtschaft.

Es reicht künftig möglicherweise nicht mehr, nach einem Waldbrand einfach jene Baumarten zu pflanzen, die zuvor dort gewachsen sind. Neue Wälder müssen mit einem Klima zurechtkommen, das während ihrer Lebenszeit deutlich wärmer und teilweise trockener sein dürfte.

Gefragt sind deshalb widerstandsfähigere Mischwälder, eine gezielte Auswahl geeigneter Baumarten und Herkunftsgebiete sowie ein Waldmanagement, das die Intensität zukünftiger Brände reduziert.

Denn ein heute gepflanzter Baum soll nicht nur unter den Bedingungen von 2026 überleben – sondern möglichst auch noch 2070 oder 2100.

 

Feuer ist nicht gleich Feuer

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob es in unseren Wäldern brennt. Feuer war und ist Bestandteil vieler natürlicher Ökosysteme. Entscheidend ist, wie groß, wie intensiv und wie häufig es brennt – und welche Bedingungen der Wald danach vorfindet.

Der Waldbrand selbst dauert vielleicht einige Tage oder Wochen. Seine ökologischen Folgen können dagegen Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte sichtbar bleiben.

Conclusio

Die zunehmende Gefahr extremer Waldbrände stellt uns vor eine neue Herausforderung: Nicht jeder Wald, der heute verbrennt, wird automatisch wieder zum Wald.

Waldschutz bedeutet deshalb längst nicht mehr nur, Brände zu verhindern oder zu löschen. Es geht zunehmend darum, Wälder so widerstandsfähig zu gestalten, dass sie Feuer überstehen, sich danach regenerieren können – und auch unter den klimatischen Bedingungen der kommenden Jahrzehnte noch eine Zukunft haben.

Sonnenfinsternis: Europas Stromnetze im Stresstest

Sonnenfinsternis: Europas Stromnetze im Stresstest

sonnenfinsternis

Eine Sonnenfinsternis ist ein beeindruckendes Naturschauspiel. Für Europas Stromnetzbetreiber ist sie inzwischen aber auch ein außergewöhnlicher Belastungstest.

Denn mit dem massiven Ausbau der Photovoltaik hängt ein immer größerer Teil der europäischen Stromproduktion unmittelbar von der Sonneneinstrahlung ab. Wird die Sonne während einer Finsternis teilweise verdeckt, sinkt die Solarstromproduktion innerhalb kurzer Zeit – und steigt anschließend ebenso schnell wieder an.

 

Milliarden Watt verschwinden innerhalb weniger Minuten

Während einer Sonnenfinsternis kann die Photovoltaikleistung in den besonders betroffenen Regionen Europas deutlich zurückgehen. Europaweit können dabei mehrere Gigawatt Solarleistung innerhalb kurzer Zeit aus dem Stromsystem verschwinden.

Zum Vergleich: Ein Gigawatt entspricht einer Milliarde Watt.

Die Herausforderung ist dabei weniger die insgesamt fehlende Energiemenge als die Geschwindigkeit der Veränderung.

Das Stromnetz muss jederzeit im Gleichgewicht bleiben. Produktion und Verbrauch müssen praktisch sekundengenau zusammenpassen.

 

Speicher werden immer wichtiger

Genau hier zeigt sich, warum Batteriespeicher für ein Stromsystem mit hohen Anteilen erneuerbarer Energie zunehmend wichtig werden.

Fällt die Solarproduktion plötzlich ab, können Speicher innerhalb kürzester Zeit Energie ins Netz liefern. Kehrt die Sonne zurück und steigt die Produktion wieder stark an, können sie überschüssige Energie aufnehmen.

Zusätzlich helfen Wasserkraft, flexible Kraftwerke, steuerbare Verbraucher und der grenzüberschreitende Stromhandel dabei, Schwankungen auszugleichen.

Europa verfügt dabei über einen entscheidenden Vorteil: Die nationalen Stromnetze sind zu einem großen Verbundnetz zusammengeschlossen. Energie kann dadurch über Ländergrenzen hinweg ausgeglichen werden.

 

Der Solarboom verändert das Stromsystem

Vor einigen Jahrzehnten hatte eine Sonnenfinsternis für die Stromversorgung praktisch keine Bedeutung.

Heute ist das anders.

Photovoltaik gehört inzwischen zu den wichtigsten Quellen für neue Stromerzeugung in Europa. Damit werden Wetter, Wolken – und selbst astronomische Ereignisse – zu Faktoren, die Netzbetreiber berücksichtigen müssen.

Gleichzeitig sind Sonnenfinsternisse perfekt vorhersehbar. Netzbetreiber wissen lange im Voraus, wann die Solarleistung sinken wird und können entsprechende Reserven einplanen.

 

Daten & Fakten

1 Gigawatt = 1 Milliarde Watt

Innerhalb weniger Minuten kann sich die Solarproduktion während einer Sonnenfinsternis erheblich verändern.

Batteriespeicher können innerhalb von Sekunden auf Schwankungen im Stromnetz reagieren.

Europäisches Verbundnetz: Strom kann zwischen Ländern ausgetauscht werden, um regionale Schwankungen auszugleichen.

 

Conclusio

Die Sonnenfinsternis zeigt exemplarisch, wie sehr sich unser Energiesystem verändert hat.

Je größer der Anteil von Wind- und Solarenergie wird, desto wichtiger werden Speicher, intelligente Netze und flexible Verbraucher.

Die Energiewende bedeutet deshalb nicht nur, immer mehr erneuerbaren Strom zu produzieren.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, diesen Strom genau dann verfügbar zu machen, wenn er gebraucht wird.

Wenn der 40-Tonner elektrisch wird: Wie Schachinger Logistik den Schwerverkehr umbaut

Wenn der 40-Tonner elektrisch wird: Wie Schachinger Logistik den Schwerverkehr umbaut

Pressebild(1)

Der Straßengüterverkehr gehört zu den schwierigsten Bereichen der Energiewende. Während Elektroautos längst auf Europas Straßen angekommen sind, werden schwere Lkw noch überwiegend mit Diesel betrieben. Hohe Fahrleistungen, große Energiemengen und eine entsprechend leistungsfähige Ladeinfrastruktur machen die Umstellung anspruchsvoll.

Dass die Elektrifizierung dennoch zunehmend im realen Logistikbetrieb ankommt, zeigt ein österreichisches Beispiel: Schachinger Logistik treibt die Umstellung seines Fuhrparks auf Elektro-Lkw deutlich voran.

Seit Anfang 2026 werden keine neuen Lkw mit Verbrennungsmotor mehr angeschafft.

Damit hat das Unternehmen seinen ursprünglichen Zeitplan erheblich beschleunigt.

 

15 Elektro-Lkw bis Ende des Geschäftsjahres

Die bestehenden Dieselfahrzeuge verschwinden nicht auf einen Schlag. Sie werden schrittweise aus dem Fuhrpark genommen und durch elektrische Fahrzeuge ersetzt.

Bis Ende des Geschäftsjahres 2025/26 sollen bereits 15 Elektro-Lkw im Einsatz sein.

Langfristig geht es um wesentlich mehr: Bis 2040 soll die gesamte Fahrzeugflotte dekarbonisiert werden.

Damit verändert sich jedoch nicht nur der Fuhrpark. Denn wer schwere Lkw elektrifiziert, benötigt gleichzeitig große Mengen Strom, leistungsfähige Ladepunkte und eine entsprechende Energieinfrastruktur.

 

Ein 60-MWh-Speicher für Hörsching

Besonders interessant ist deshalb die Entwicklung am Unternehmensstandort Hörsching in Oberösterreich.

Dort entsteht ein großer Batteriespeicher mit einer Kapazität von rund 60 Megawattstunden und einer Anschlussleistung von 30 Megawatt.

Der Speicher soll erneuerbare Energie verfügbar machen, wenn sie benötigt wird, und unter anderem die Elektrifizierung der Lkw-Flotte unterstützen.

Das zeigt, wie stark sich Logistik in den kommenden Jahren verändern könnte.

Elektro-Lkw, Photovoltaik, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und intelligentes Energiemanagement wachsen zu einem gemeinsamen System zusammen.

Schachinger erwartet, damit künftig einen Energieautarkiegrad von rund 95 Prozent erreichen zu können.

 

Aus dem Logistikzentrum wird ein Energiezentrum

Gerade Logistikstandorte bieten interessante Voraussetzungen für dieses Modell.

Große Hallendächer können für Photovoltaik genutzt werden. Gleichzeitig kehren viele Fahrzeuge regelmäßig zu ihren Standorten zurück und können dort kontrolliert geladen werden.

Ein großer Batteriespeicher kann zusätzlich Energie aufnehmen, Lastspitzen reduzieren und Strom dann bereitstellen, wenn die Fahrzeuge ihn benötigen.

Damit verändert sich die Rolle eines Logistikzentrums grundlegend.

Es ist nicht mehr nur Umschlagplatz für Waren, sondern wird zunehmend auch zum Produzenten, Speicher und Verteiler von Energie.

 

Warum Elektro-Lkw ein wichtiger Hebel sind

Schwere Nutzfahrzeuge legen enorme Strecken zurück und benötigen entsprechend viel Energie. Deshalb kann die Umstellung eines einzelnen Lkw auf einen emissionsfreien Antrieb wesentlich stärker ins Gewicht fallen als bei einem durchschnittlichen Pkw.

Vor allem im regionalen Verkehr und auf regelmäßig gefahrenen Strecken bietet die Elektrifizierung Vorteile: Unternehmen kennen ihre Routen, Standzeiten und Energieanforderungen genau und können ihre Ladeinfrastruktur entsprechend planen.

Genau deshalb könnten große Logistikunternehmen zu wichtigen Treibern der Elektromobilität werden.

 

Die Herausforderung bleibt die Infrastruktur

Die Technologie allein wird den Wandel allerdings nicht entscheiden.

Eine große Flotte elektrischer Lkw benötigt enorme Ladeleistungen. Dafür müssen Betriebsgelände, Netzanschlüsse und Energiesysteme entsprechend ausgebaut werden.

Für den internationalen Fernverkehr kommt eine weitere Herausforderung hinzu: Entlang der europäischen Hauptverkehrsrouten muss ein leistungsfähiges Netz an Lkw-Ladestationen entstehen.

Auch die höheren Anschaffungskosten elektrischer Schwerfahrzeuge bleiben für viele Unternehmen ein wesentlicher Faktor.

Die entscheidende Frage lautet daher zunehmend nicht mehr, ob schwere Lkw elektrisch fahren können.

Die Frage ist, wie schnell Energieversorgung und Ladeinfrastruktur mit der Entwicklung der Fahrzeuge Schritt halten können.

 

Daten & Fakten

2026
Seit Anfang des Jahres schafft Schachinger keine neuen Lkw mit Verbrennungsmotor mehr an.

15 E-Lkw
sollen bis Ende des Geschäftsjahres 2025/26 im Einsatz sein.

2040
soll die gesamte Fahrzeugflotte dekarbonisiert sein.

60 MWh
Kapazität soll der Batteriespeicher am Standort Hörsching erreichen.

30 MW
beträgt die geplante Anschlussleistung.

Rund 95 %
Energieautarkie will Schachinger künftig erreichen.

 

Conclusio

Das Beispiel Schachinger zeigt, dass die Elektrifizierung des Schwerverkehrs längst nicht mehr nur eine Frage neuer Lkw ist.

Der eigentliche Wandel findet im gesamten Energiesystem dahinter statt.

Unternehmen produzieren eigenen erneuerbaren Strom, speichern Energie, bauen leistungsfähige Ladeinfrastruktur auf und steuern den Energiebedarf ihrer Fahrzeugflotten.

Der Logistikstandort der Zukunft könnte damit gleichzeitig Warenlager, Kraftwerk, Stromspeicher und Tankstelle sein.

Und genau diese Verbindung könnte zu einem entscheidenden Baustein für einen emissionsärmeren europäischen Güterverkehr werden.

 

Bild: Schachinger/Knauf – Foto: Caio Kauffmann